Nachhaltigkeit im Deutschen Pavillon

Auch das Gebäude und die Ausstellung des Deutschen Pavillons sind ein gebautes Plädoyer für Nachhaltigkeit.

Beim Bau manifestiert sich das Thema Nachhaltigkeit auf unterschiedlichen Ebenen: bei der Energie, die zur Herstellung verwendet werden muss, im Betrieb bei der Klimatisierung der Gebäudeteile sowie bei der Nachnutzung von Gebäudeteilen.

Die Architekten von LAVA hatten diesen Aspekt bereits bei der Planung im Blick: Ihr innovativer Ansatz ist es, Bauteile des Gebäudes als Momentaufnahme im Leben der Materialien zu sehen, wodurch der Pavillon sozusagen zum Materiallager wird. Zum Beispiel besteht das Dach des Deutschen Pavillons mit dem auf den ersten Blick sehr komplex erscheinenden Stabwerk aus einer Vielzahl von Einzelstrukturen, die intelligent zusammengefügt werden. Es dient sechs Monate als Tragstruktur und kann anschließend andernorts weitergenutzt werden. Spezialisten für den Umgang mit Daten in der Architektur haben hierfür das Konzept „Mine the Scrap“ entwickelt, das die optimale neue Zusammenfügung der vorhandenen Elemente digital berechnet.

Was die Klimatisierung angeht, so verschatten sich durch die bewusste und gut überlegte Positionierung der Gebäudeteile bestimmte Besucherbereiche selbst, was die Wärmelasten reduziert, wodurch weniger gekühlt werden muss. Ein intelligentes Klimakonzept schafft dabei Zonen unterschiedlicher Klimatisierung – der Besucher wird nach und nach herunter gekühlt, indem er diese Zonen durchläuft. Auch das spart Energie.
Beim Innenausbau des Gebäudes sowie der Ausstellung wurden primär nachhaltige Baumaterialien verwendet. So werden zum Beispiel nur von Forest Stewardship Council (FSC®) zertifiziertes Holz und innovative nachhaltige Materialien aus Deutschland verbaut. Darunter befinden sich unter anderem Exponat-Möbel aus Restwertstoffen der Dämmstoffindustrie oder aus neu entwickelten Kunststoffen. Die gesamte Medientechnik des Pavillons wird für die Laufzeit der Expo angemietet und im Anschluss zu 100% wiederverwendet.

Nach dem Ende der Expo im April 2022 werden rund 80 % der Bauwerke und Strukturen auf dem Expo-Gelände in der neuen Stadt District 2020 weiter genutzt. Hier soll ein nachhaltiger und intelligenter Stadtteil entstehen, der Kreativität, Zusammenarbeit und Innovation fördert. Deutschland wird das Grundstück des Deutschen Pavillons spätestens sechs Monate nach Ende der Weltausstellung an den Veranstalter zurückgegeben – und zwar so, wie wir es erhalten haben. Das heißt, dass alles, was darauf errichtet wurde, von uns als Teilnehmer wieder zurückgebaut wird. Die Leichtbauweise und die Weiterverwendung der Materialien tragen also auch langfristig zum nachhaltigen Umgang mit dem CAMPUS GERMANY bei.

Lesen Sie mehr darüber, im Factsheet Nachhaltigkeit des Deutschen Pavillon.

Photo: © Andreas Kretschmer